Ordnung des Bogenschießens
I. Zulassung
Zum Bogenschießen sind zugelassen:
- Ritter und Angehörige des Adels,
- förmlich entsandte Vertreter hoher Häuser,
- Vertreter großer und anerkannter Institutionen, etwa des Magiersanktums zu Sturmwind.
Die Zahl der Schützen ist auf höchstens acht beschränkt. Für die Teilnahme gelten dieselben persönlichen Voraussetzungen wie beim Waffenduelle.
II. Auslosung und Runden
Die Paarungen werden am Eröffnungstage öffentlich durch das Los bestimmt. Bei acht Teilnehmern gliedert sich der Wettstreit wie folgt:
| Runde | Entfernung | Paarungen |
|---|---|---|
| Erste Runde | 30 Schritt | 4 |
| Zweite Runde | 50 Schritt | 2 |
| Endrunde | 70 Schritt | 1 |
Treten weniger als acht Schützen an, werden notwendige Freilose ebenfalls öffentlich ausgelost. Ein Freilos führt unmittelbar in die folgende Runde und gilt für die Gesamtwertung als ordentliches Vorrücken.
III. Bogen und Pfeile
Geschossen wird ausschließlich mit einheitlichen Kurzbögen und Pfeilen, welche durch die Markgrafschaft gestellt und vor Beginn geprüft werden.
Persönliche Bögen, eigene Pfeile und sonstige Schießgeräte sind nicht zugelassen. Kein Teilnehmer darf Veränderungen an Bogen, Sehne, Pfeilen oder Befiederung vornehmen.
IV. Scheiben und Trefferzonen
In sämtlichen Runden werden gleichartige klassische Ringscheiben mit vier Trefferzonen verwendet:
| W20-Wurf | Trefferzone | Wertung |
|---|---|---|
| 1–5 | Außenring | 1 Punkt |
| 6–10 | Zweiter Ring | 2 Punkte |
| 11–15 | Dritter Ring | 3 Punkte |
| 16–20 | Goldene Mitte | 4 Punkte |
Da jeder mögliche Würfelwurf einer Trefferzone entspricht, sieht diese kurze Turnierordnung keinen vollständigen Fehlschuss vor. Die steigenden Entfernungen erhöhen die ausgespielte Schwierigkeit, verändern jedoch nicht die Würfelwahrscheinlichkeit.
V. Ablauf eines Schießens
Jeder Schütze erhält in jeder Runde drei Pfeile. Für jeden Pfeil wird einmal mit einem W20 gewürfelt.
Der Ablauf lautet:
- Der Schütze wartet auf das Zeichen des Schießmeisters.
- Er spielt das Anlegen und Abgeben des Schusses aus.
- Anschließend führt er den W20-Wurf aus.
- Die dem Würfelergebnisse entsprechende Ringzahl wird vermerkt.
- Nach drei Pfeilen werden sämtliche Ringpunkte zusammengerechnet.
Allein der Würfel entscheidet über den Treffer. Ausführlichkeit, Schönheit oder Glaubwürdigkeit des ausgespielten Schusses gewähren weder einen Vorteil noch einen Abzug. Ebenso bleiben Herkunft, Volk, körperliche Begabung und persönliche Erfahrung ohne Einfluss auf die Würfelwertung.
Der Schütze mit der höheren Gesamtpunktzahl zieht in die nächste Runde ein.
VI. Stechen bei Gleichstand
Erreichen beide Schützen nach ihren drei Pfeilen dieselbe Punktzahl, findet ein Stechen statt.
Beide geben nacheinander je einen weiteren Pfeil ab. Erzielt einer eine höhere Ringwertung als sein Gegner, gewinnt er das Stechen. Treffen beide dieselbe Zone, erhalten beide erneut je einen Pfeil. Dies wird wiederholt, bis eine unterschiedliche Ringwertung fällt.
Die bereits in der ordentlichen Runde erzielten Punkte werden im Stechen nicht nochmals herangezogen.
VII. Verbotene Hilfen
Strikt untersagt sind:
- verzauberte oder anderweitig verbesserte Bögen und Pfeile,
- magische Lenkung oder Beeinflussung eines Geschosses,
- Zauberei vor oder während des Schießens,
- Tränke, Elixiere und andere stärkende Mittel,
- übernatürliche Segnungen,
- Gestaltwandlungen,
- besondere Volkskräfte oder geschärfte übernatürliche Sinne,
- Beeinflussung der Scheibe, des Windes oder eines Gegners,
- Hilfe oder Zuruf durch Außenstehende.
Sämtliche Teilnehmer schießen unter denselben spieltechnischen Bedingungen. Nachgewiesene unerlaubte Beeinflussung führt zum Ausschluss aus der Disziplin.
VIII. Schießordnung und Sicherheit
Die Schützen dürfen den Bogen erst auf Weisung des Schießmeisters aufnehmen und ausschließlich auf dessen Zeichen hin schießen.
Bis zur Freigabe der Bahn ist es untersagt:
- die Schusslinie zu überschreiten,
- abgeschossene Pfeile einzusammeln,
- den Bogen auf Personen oder Tiere zu richten,
- einen Pfeil außerhalb des vorgesehenen Schießstandes aufzulegen.
Ein vor dem Zeichen abgegebener Pfeil wird nicht gewertet. Geschieht der vorzeitige Schuss vorsätzlich oder gefährdet er andere, erfolgt der unmittelbare Ausschluss.
IX. Ausschlussgründe
Zum Ausschluss führen insbesondere:
- manipulierte Bögen oder Pfeile,
- Verwendung persönlicher Schießgeräte,
- Magie oder andere verbotene Hilfsmittel,
- absichtliche Gefährdung von Zuschauern, Schützen oder Bediensteten,
- Überschreiten der Schusslinie ohne Erlaubnis,
- Schuss vor dem Zeichen,
- wiederholte oder schwere Missachtung des Schießmeisters,
- Betrug bei der Würfel- oder Trefferwertung,
- Beschädigung oder Beeinflussung der Scheibe.
Bei geringfügigen Verfehlungen kann der Schießmeister zunächst eine Verwarnung aussprechen. Schwere Verstöße führen ohne vorherige Verwarnung zum Ausschluss. Gefährliche oder vorsätzliche Handlungen können überdies der Gerichtsbarkeit der Markgrafschaft übergeben werden.
X. Turnierwertung
Der Sieger des Endschießens erhält fünf Punkte für die Gesamtwertung der Ritterspiele. Der unterlegene Finalist erhält vier Punkte. Die in der zweiten Runde ausgeschiedenen Schützen erhalten je drei Punkte; die in der ersten Runde ausgeschiedenen Schützen je zwei Punkte.